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    5. Arbeitsmarkt Hessen August 2026: Was die Zahlen für Fulda und Osthessen bedeuten
    Alexander Baumann, Gründer und Geschäftsführer ABConsultVeröffentlicht am 05. September 20267 Min. Lesezeit
    Arbeitsmarkt

    Arbeitsmarkt Hessen August 2026: Was die Zahlen für Fulda und Osthessen bedeuten

    Der 64. Hessische Regionaldatenreport zeigt: Industrie baut ab, Gesundheitswesen wächst, und der Ausbildungsmarkt dreht sich. Die wichtigsten Zahlen für Hessen und den Kreis Fulda – mit Einordnung für Personalgewinnung und Berufsausbildung.

    Aktualisiert am 14. Oktober 2026

    Inhaltsverzeichnis
    1. Das Wichtigste in Kürze
    2. Hessen: Beschäftigung verschiebt sich zwischen den Branchen
    3. Arbeitslosigkeit: SGB III sinkt, SGB II steigt
    4. Fulda und Osthessen im Detail
    5. Ausbildungsmarkt: erstmals seit Jahren mehr Bewerber als zusätzliche Stellen
    6. Was Arbeitgeber daraus ableiten können — Personalgewinnung
    7. Was Arbeitgeber daraus ableiten können — Berufsausbildung
    8. Häufige Fragen zum Arbeitsmarkt Hessen und Fulda
    9. Quelle, Herausgeber und Methodik

    Neuere Zahlen: Die Auswertung des 65. Regionaldatenreports finden Sie im Beitrag Arbeitsmarkt Hessen September 2026: Was die Zahlen für Fulda und Osthessen bedeuten.

    Quellenhinweis: Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus dem 64. Hessischen Regionaldatenreport (Datenstand Ende August 2026), herausgegeben vom Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt am Main, gefördert vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales im Rahmen des ESF. Datengrundlage: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. ABConsult ist weder Herausgeber noch an der Erstellung beteiligt; von uns stammen ausschließlich die Auswahl, die Einordnung und die Handlungsempfehlungen.

    Das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt veröffentlicht monatlich den Hessischen Regionaldatenreport. Die 64. Ausgabe (Datenstand Ende August 2026) wertet Statistiken der Bundesagentur für Arbeit für alle 27 hessischen Kreise und kreisfreien Städte aus. Wir haben die Zahlen gelesen und ordnen sie aus Sicht von Personalgewinnung und Berufsausbildung ein — landesweit und mit Blick auf Fulda und Osthessen.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe setzt sich fort: minus sechs Prozent seit Juni 2023.
    • Gesundheits- und Sozialwesen (plus sieben Prozent) sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (plus fünf Prozent) wachsen weiter.
    • Der Ausbildungsmarkt dreht sich: hessenweit 10,6 Prozent weniger gemeldete Ausbildungsstellen, aber 4,2 Prozent mehr Bewerberinnen und Bewerber.
    • Im Kreis Fulda fällt der Rückgang der Ausbildungsstellen mit 3,8 Prozent deutlich milder aus als im Landesschnitt.

    Hessen: Beschäftigung verschiebt sich zwischen den Branchen

    Der Report indexiert die Beschäftigtenzahlen auf den Basismonat Juni 2023. Das Gesamtniveau in Hessen ist mit rund 3,09 Millionen Beschäftigten nahezu unverändert — hinter dieser Stabilität steht jedoch eine deutliche Umverteilung zwischen den Wirtschaftszweigen.

    WirtschaftszweigBeschäftigte Juni 2026Veränderung seit Juni 2023
    Gesundheits- und Sozialwesen428.900+7 %
    Öffentliche Verwaltung181.700+6 %
    Finanz- und Versicherungsdienstleistungen159.500+5 %
    Gastgewerbe131.600+5 %
    Verkehr und Lagerei227.300+5 %
    Handel und Kfz-Reparatur410.500−2 %
    Baugewerbe153.900−2 %
    Information und Kommunikation125.000−3 %
    Verarbeitendes Gewerbe425.300−6 %
    Hessen gesamt3.094.800+1 %

    Quelle: 64. Hessischer Regionaldatenreport, IWAK Goethe-Universität Frankfurt (Datenstand August 2026); Datengrundlage: Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

    Veränderung der Beschäftigung je Wirtschaftszweig, Juni 2023–Juni 2026Gesundheits- und Sozialwesen+7 %Öffentliche Verwaltung+6 %Finanz- und Versicherungsdienstl.+5 %Gastgewerbe+5 %Verkehr und Lagerei+5 %Handel und Kfz-Reparatur−2 %Baugewerbe−2 %Information und Kommunikation−3 %Verarbeitendes Gewerbe−6 %
    Balkendiagramm: Beschäftigungsveränderung nach Branche in Hessen, Juni 2023–Juni 2026. Quelle: 64. Hessischer Regionaldatenreport, IWAK Goethe-Universität Frankfurt.

    Bemerkenswert ist der zeitliche Versatz: Während Industrie und IT bereits seit 2024 Personal abbauen, erreicht die Entwicklung die industrienahen Dienstleistungen erst ab 2025 — die Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen verlor zwischen Juni 2025 und Juni 2026 zwei Prozent.

    Ein zweiter Befund verdient Aufmerksamkeit: Seit August 2022 steigt in Hessen die Zahl der Menschen mit akademischem Abschluss, die direkt aus der Bildungseinrichtung in die Arbeitslosigkeit einmünden, deutlich stärker als bei anderen Qualifikationsebenen. Der Berufseinstieg nach dem Studium ist schwieriger geworden.

    Arbeitslosigkeit: SGB III sinkt, SGB II steigt

    Zwischen Juli und August 2026 sanken die Zugänge in Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III hessenweit um 14,6 Prozent (von 26.790 auf 22.876). Im SGB II stiegen sie dagegen um 7,8 Prozent (von 21.287 auf 22.953). Der Rückgang im SGB III zeigte sich in allen 27 Gebietskörperschaften, der Anstieg im SGB II nur in 18 von 27.

    Fulda und Osthessen im Detail

    Für den Kreis Fulda weist der Report ein gemischtes Bild aus: Die Zugänge in Arbeitslosigkeit nach SGB III gingen um 11,0 Prozent zurück (864 auf 769), im SGB II stiegen sie um 27,0 Prozent (467 auf 593) und damit stärker als im Landesschnitt.

    RegionZugänge SGB III (Juli → August 2026)Zugänge SGB II (Juli → August 2026)
    Kreis Fulda864 → 769 (−11,0 %)467 → 593 (+27,0 %)
    Kreis Hersfeld-Rotenburg−20,2 %+80,6 %
    Vogelsbergkreis−6,3 %+16,0 %
    Main-Kinzig-Kreis−14,0 %+0,1 %
    Hessen−14,6 %+7,8 %

    Quelle: 64. Hessischer Regionaldatenreport, IWAK Goethe-Universität Frankfurt (Datenstand August 2026); Datengrundlage: Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

    Die Kombination aus sinkenden SGB-III-Zugängen und steigenden SGB-II-Zugängen deutet darauf hin, dass kurzfristige Arbeitslosigkeit abgebaut wird, während sich längerfristige Arbeitsmarktferne verfestigt. Für Betriebe heißt das: Das kurzfristig verfügbare Bewerberpotenzial wächst nicht automatisch mit den Arbeitslosenzahlen.

    Ausbildungsmarkt: erstmals seit Jahren mehr Bewerber als zusätzliche Stellen

    Der deutlichste Trendbruch zeigt sich im Ausbildungsjahr 2025/26. Hessenweit meldeten Betriebe bis August 27.895 Ausbildungsstellen — 10,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber auf 36.402 (plus 4,2 Prozent).

    Kennzahl (Stand August)Hessen 2024/25Hessen 2025/26Kreis Fulda 2024/25Kreis Fulda 2025/26
    Gemeldete Ausbildungsstellen31.19427.895 (−10,6 %)1.8651.794 (−3,8 %)
    davon noch unbesetzt7.7546.330 (−18,4 %)400343 (−14,3 %)
    Gemeldete Bewerberinnen und Bewerber34.93336.402 (+4,2 %)1.4271.439 (+0,8 %)
    davon noch unversorgt9.2569.025 (−2,5 %)208183 (−12,0 %)

    Quelle: 64. Hessischer Regionaldatenreport, IWAK Goethe-Universität Frankfurt (Datenstand August 2026); Datengrundlage: Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

    Der Kreis Fulda steht im hessischen Vergleich gut da: Der Rückgang der gemeldeten Stellen liegt mit 3,8 Prozent weit unter dem Landeswert, und die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber sank um zwölf Prozent. Trotzdem bleiben in der Region 343 Ausbildungsstellen unbesetzt, während 183 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz sind — ein klassisches Passungsproblem, kein reines Mengenproblem.

    Was Arbeitgeber daraus ableiten können — Personalgewinnung

    1. Zielgruppen neu bewerten. Fachkräfte aus Industrie, Bau und IT werden freigesetzt, während Gesundheit, Verwaltung und Finanzdienstleistungen wachsen. Wer Quereinstiege ermöglicht, erschließt ein Potenzial, das vor zwei Jahren nicht verfügbar war.
    2. Hochschulabsolventen aktiv ansprechen. Der Berufseinstieg nach dem Studium wird schwieriger. Einstiegs- und Traineeprogramme treffen aktuell auf eine deutlich größere Auswahl als noch 2023.
    3. Regionale Unterschiede berücksichtigen. Ein hessenweiter Durchschnitt sagt wenig: Zwischen Main-Taunus-Kreis (plus 105 Prozent SGB-II-Zugänge) und Kreis Waldeck-Frankenberg (minus 19 Prozent) liegen Welten. Recruiting-Budgets sollten regional differenziert werden.
    4. Sichtbarkeit vor Reichweite. Mehr verfügbare Kandidatinnen und Kandidaten bedeutet nicht automatisch mehr Bewerbungen. Entscheidend bleibt, ob Ihre Arbeitgebermarke und Ihre Stellenanzeigen überzeugen.

    Was Arbeitgeber daraus ableiten können — Berufsausbildung

    1. Ausbildungsplätze nicht vorschnell streichen. Der landesweite Rückgang der gemeldeten Stellen um 10,6 Prozent trifft auf ein wachsendes Bewerberfeld. Wer jetzt ausbildet, hat erstmals seit Jahren wieder eine echte Auswahl.
    2. Passung statt Menge. Im Kreis Fulda bleiben 343 Stellen unbesetzt, obwohl 183 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt sind. Überprüfen Sie Anforderungsprofile, Auswahlverfahren und die Erreichbarkeit Ihrer Ausbildungsstandorte.
    3. Bewerbungswege vereinfachen. Lange Formulare und formale Unterlagenhürden kosten in der Ausbildungssuche überproportional viele Bewerbungen.
    4. Frühzeitig binden. Praktika, Schulkooperationen und Ausbildungsbotschafter wirken auf den nächsten Jahrgang — die Zahlen zum Stichtag August entscheiden sich im Frühjahr davor.

    Häufige Fragen zum Arbeitsmarkt Hessen und Fulda

    Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Fulda im August 2026 entwickelt?

    Im Kreis Fulda sanken die Zugänge in die Arbeitslosenversicherung (SGB III) zwischen Juli und August 2026 um 11,0 Prozent (von 864 auf 769). Die Zugänge in die Grundsicherung (SGB II) stiegen dagegen um 27,0 Prozent (von 467 auf 593) und damit stärker als im hessischen Durchschnitt (+7,8 Prozent).

    Welche Branchen wachsen aktuell in Hessen, welche bauen ab?

    Zwischen Juni 2023 und Juni 2026 wuchsen vor allem Gesundheits- und Sozialwesen (+7 %), öffentliche Verwaltung (+6 %) sowie Finanzdienstleistungen, Gastgewerbe und Verkehr/Lagerei (je +5 %). Abgebaut haben das verarbeitende Gewerbe (−6 %), Information und Kommunikation (−3 %) sowie Handel und Baugewerbe (je −2 %).

    Wie viele Ausbildungsstellen sind im Kreis Fulda noch unbesetzt?

    Ende August 2026 waren im Kreis Fulda noch 343 von 1.794 gemeldeten Ausbildungsstellen unbesetzt. Gleichzeitig hatten 183 Bewerberinnen und Bewerber noch keinen Ausbildungsplatz. Die Zahl der gemeldeten Stellen sank gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent und damit deutlich weniger als in Hessen insgesamt (−10,6 Prozent).

    Woher stammen die Daten in diesem Artikel?

    Alle Zahlen stammen aus dem 64. Hessischen Regionaldatenreport des IWAK der Goethe-Universität Frankfurt, dessen Datengrundlage die Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist. Von ABConsult stammen ausschließlich Auswahl, Einordnung und die Handlungsempfehlungen.

    Quelle, Herausgeber und Methodik

    Herausgeber der Daten: Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Eschersheimer Landstraße 121, 60322 Frankfurt am Main — www.iwak-frankfurt.de.

    Publikation: 64. Hessischer Regionaldatenreport „Indikatoren zur Einschätzung regionaler Arbeitsmarktlagen in Hessen“, Datenstand Ende August 2026. Die Erstellung wird vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales im Rahmen der ESF-Förderung unterstützt. Datengrundlage sind öffentliche Statistiken der Bundesagentur für Arbeit; die Beschäftigtenwerte für Juni 2026 sind hochgerechnete, vorläufige Werte.

    Anteil von ABConsult: Wir geben die Zahlen auszugsweise und mit Quellenangabe wieder. Der Report selbst ist beim IWAK abrufbar. Von ABConsult stammen ausschließlich die Auswahl der Kennzahlen, die Einordnung für Fulda und Osthessen sowie die Handlungsempfehlungen für Personalgewinnung und Berufsausbildung.

    Alexander Baumann, Gründer und Geschäftsführer ABConsult

    Über den Autor

    Alexander Baumann, Gründer und Geschäftsführer ABConsult

    Alexander Baumann berät seit 1993 Unternehmen im DACH-Raum zu Recruiting, Personalmarketing und Personalmanagement. Als Gründer und Geschäftsführer von ABConsult verbindet er Beratungspraxis mit nationaler und internationaler Managementerfahrung.

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    Inhalt

    1. Das Wichtigste in Kürze
    2. Hessen: Beschäftigung verschiebt sich zwischen den Branchen
    3. Arbeitslosigkeit: SGB III sinkt, SGB II steigt
    4. Fulda und Osthessen im Detail
    5. Ausbildungsmarkt: erstmals seit Jahren mehr Bewerber als zusätzliche Stellen
    6. Was Arbeitgeber daraus ableiten können — Personalgewinnung
    7. Was Arbeitgeber daraus ableiten können — Berufsausbildung
    8. Häufige Fragen zum Arbeitsmarkt Hessen und Fulda
    9. Quelle, Herausgeber und Methodik

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