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    Employer Branding
    6 Min. LesezeitAlexander Baumann

    Case Study: 150 Bewerbungen in 6 Wochen – Employer Branding im Gesundheitswesen

    Wie eine psychiatrische Klinikgruppe mit der Guerilla-Idee „100 % echte Klinikluft" die Bewerberzahlen für Famulaturen von 3–5 pro Monat auf 150 in sechs Wochen steigerte.

    Inhaltsverzeichnis
    1. Ausgangslage
    2. Die Analyse
    3. Der kreative Ansatz: „Klinikluft“
    4. Das Ergebnis
    5. Warum diese Kampagne funktioniert hat
    6. Was Arbeitgeber daraus ableiten können

    Wie eine psychiatrische Klinikgruppe mit einer ungewöhnlichen Kreatividee 150 Bewerbungen in sechs Wochen gewann – statt der üblichen drei bis fünf pro Monat. Eine Case Study über Employer Branding für Nischenzielgruppen im Gesundheitswesen.

    • 3–5Bewerbungen pro Monat vor der Kampagne
    • 150Bewerbungen in 6 Wochen nach der Kampagne
    • >10xmehr Bewerbungen im selben Zeitraum (grobe Schätzung)

    Hinweis: Der Kunde wird bewusst nicht namentlich genannt – anonymisiert aus Diskretionsgründen. Branche, Ausgangslage und Ergebnisse sind unverändert wiedergegeben.

    Branche: Gesundheitswesen / Psychiatrische Kliniken
    Herausforderung: Nachwuchsgewinnung für Famulaturen (Medizinstudierende)
    Ergebnis: 150 Bewerbungen in 6 Wochen – statt der üblichen 3–5 pro Monat, bei deutlich geringerem Aufwand

    Ausgangslage

    Ein Verbund psychiatrischer Kliniken stand vor einer klassischen Herausforderung im Employer Branding für Nischenzielgruppen: An mehreren Standorten wurden dringend Famulanten gesucht – Medizinstudierende, die nach dem vierten Semester ihre klinisch-praktische Ausbildung absolvieren.

    Die Ausgangslage war schwierig:

    • Ländliche Standorte ohne den Reiz einer Universitätsstadt
    • Kleinere Häuser mit vergleichsweise geringer Bettenzahl
    • Eine junge, umworbene Zielgruppe (Anfang 20), die zwischen vielen Kliniken wählen kann
    • Austauschbare Kommunikation: Bislang liefen nur klassische, sachliche Stellenausschreibungen auf der Website

    Das Ergebnis dieser Ausgangslage in Zahlen: 3 bis 5 Bewerbungen pro Monat – und das bei doppeltem Aufwand in der aktiven Ansprache.

    Die Analyse

    Vor der Konzeption wurden Erfahrungsberichte von Famulanten ausgewertet, um die eigentlichen Bedürfnisse der Zielgruppe zu verstehen. Das Ergebnis: Junge Mediziner:innen wünschen sich vor allem persönliche Betreuung, Zeit für Fragen und echte Integration ins Team – Faktoren, bei denen kleinere Häuser gegenüber großen Uniklinika sogar im Vorteil sein können, in der bisherigen Kommunikation aber kaum eine Rolle spielten.

    Daraus entstand die strategische Leitidee: Statt über Standortfaktoren zu konkurrieren, positionierte sich die Klinikgruppe über Menschlichkeit, Zeit und Perspektive.

    Der kreative Ansatz: „Klinikluft“

    Statt einer weiteren nüchternen Stellenausschreibung entstand eine aufmerksamkeitsstarke Guerilla-Aktion direkt an den Universitäten im Umfeld der Kliniken.

    Die Idee: Luftkissen mit der Aufschrift „100 % echte Klinikluft“ wurden als Give-away an Studierende verteilt. Auf der Rückseite: ein kurzer Teaser, der auf die Famulatur-Möglichkeiten aufmerksam macht.

    Die Umsetzung:

    • Verteilung an vier Universitäten mit psychiatrischem Studienschwerpunkt im direkten Umfeld der Kliniken
    • Begleitende E-Mailings über Fachschafts-Verteiler an die Studierenden
    • Ein flankierender Flyer mit vertiefenden Informationen, persönlicher Ansprache und Einblick in das Famulatur-Angebot

    Der Clou: Die Aktion war bewusst ungewöhnlich und emotional statt sachlich – und damit ein Türöffner, der junge Menschen dort abholte, wo klassische Stellenanzeigen sie nicht erreichten.

    Das Ergebnis

    KennzahlVorherNach der Kampagne
    Bewerbungen3–5 pro Monat150 in 6 Wochen
    AufwandHoch (aktive Ansprache nötig)Deutlich geringer im Verhältnis zum Ergebnis

    Aus 3–5 Bewerbungen pro Monat wurden 150 Bewerbungen in nur 6 Wochen – bei deutlich geringerem Aufwand pro Bewerbung als zuvor. Grob geschätzt entspricht das mehr als dem Zehnfachen des bisherigen Niveaus im selben Zeitraum – ein deutlicher Beleg dafür, dass eine mutige, zielgruppengerechte Idee auch mit kleinem Budget eine strukturelle Standort-Herausforderung überwinden kann.

    Warum diese Kampagne funktioniert hat

    • Zielgruppengerechte Tonalität: modern, überraschend, persönlich statt sachlich-bürokratisch
    • Emotionale statt rationale Ansprache: „Echte Klinikluft schnuppern“ statt Fakten über Bettenzahlen
    • Präsenz am richtigen Ort: Die Aktion ging dorthin, wo die Zielgruppe ohnehin ist, statt auf Eigeninitiative der Studierenden zu warten
    • Konsistente Botschaft: Persönlichkeit, Zeit und Perspektive zogen sich von der Kreatividee bis zum Flyer durch alle Kontaktpunkte

    Was Arbeitgeber daraus ableiten können

    Nischenzielgruppen erreicht man selten über Reichweite, sondern über Relevanz. Wer die tatsächlichen Bedürfnisse seiner Zielgruppe kennt und mutig kommuniziert, kann strukturelle Nachteile wie Standort oder Betriebsgröße ausgleichen. Wie das systematisch gelingt, zeigt unser Vorgehen im Employer Branding – einen ersten Eindruck liefert der kostenlose Arbeitgebermarken-Check.

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